
Schweizer Spitäler und die Kosten durch Hitze: Die Diagnose liegt vor
Eine neue Studie der Universität Zürich beziffert die Kosten, die Hitze bereits heute für Schweizer Krankenhäuser verursacht, in Schweizer Franken und zeigt, dass die Rechnung in jedem Szenario steigt. Das fehlende Bindeglied ist ein Investment Case, der diese Erkenntnisse in finanzierte Maßnahmen umsetzt.
Eine neue Peer-Review-Studie der Universität Zürich beziffert die Belastung der Schweizer Krankenhäuser durch Hitze auf 20,6 Millionen CHF jährlich heute, ansteigend auf 52 Millionen CHF bis in die 2060er Jahre. Die Prognose ist eindeutig: Die Kosten steigen unter jedem Emissionsszenario, getrieben durch die alternde Demografie und steigende Temperaturen.
Die Schlussfolgerung ist klar: Investitionen in die Anpassung sind unabhängig vom Emissionspfad erforderlich. Dennoch ist es eine anhaltende Lücke zwischen Daten und Handeln, und nicht ein Mangel an Beweisen, die Investitionen im erforderlichen Umfang blockiert.
Derselbe analytische Ansatz, der die Kosten des Nichthandelns quantifiziert, zeigt auf, was fehlt: Erweitern Sie die Logik auf die Kosten des Handelns, berechnen Sie den ROI, und Sie erhalten das Entscheidungsinstrument, das Klimarisiken in Investitionsentscheidungen übersetzt. Genau das bietet Resilens.
Wir wussten, dass Hitze tötet. Jetzt wissen wir, was sie kostet. Werden wir weitere 20 Jahre warten, um zu handeln?
Im Sommer 2003 forderte eine Hitzewelle in Europa schätzungsweise 70.000 Todesopfer, darunter rund 1.400 allein in der Schweiz. Das Ereignis wurde als Weckruf verstanden. Zwei Jahrzehnte später, im Jahr 2022, verzeichnete die Schweiz immer noch 474 hitzebedingte Todesfälle (und diese Zahlen werden im Jahr 2026 voraussichtlich weiter steigen). Die Warnung wurde gehört. Die Anpassung im erforderlichen Umfang blieb jedoch aus.
Die Schweiz erlebt diese Lektion genau jetzt: Der Juni 2026 brach nationale Temperaturrekorde, MeteoSchweiz rief die Hitzewarnstufe 4 aus, und eine zweite Hitzewelle wird für Mitteleuropa Anfang Juli vorhergesagt. Die in diesem Beitrag genannten Kosten sind keine ferne Zukunftsprognose. Sie sind die Vorhersage für diese Woche.
Das Bewusstsein ist seither gewachsen, und die Forschung hat Schritt gehalten. Die Studie Quantifying the financial burden of heat-related hospital admissions in Switzerland under a changing climate: A scalable analytical framework von Vaghefi et al. (2026) geht einen Schritt weiter als die bloße Dokumentation von Schäden: Sie beziffert die Kosten des Nichthandelns in CHF. Das ist ein Fortschritt. Ein Preisschild schafft einen Investitionsanreiz, aber es schafft noch keinen Investment Case. Und genau diesen Investment Case benötigen Entscheidungsträger, um konkrete, standortspezifische Anpassungsausgaben zu rechtfertigen: Nicht nur den Beleg, dass Hitze teuer ist, sondern eine belastbare Antwort auf die Frage, die letztlich jeder Budgetverantwortliche stellt: „Was kostet diese Maßnahme und wie hoch ist die Rendite?“
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Quelle: Vaghefi et al. (2026), „Quantifying the financial burden of heat-related hospital admissions in Switzerland under a changing climate: A scalable analytical framework“, Universität Zürich. Die Projektionen berücksichtigen die Exposition gegenüber Klimarisiken, überlagert mit Modellen zur alternden Demografie (Kohorte 75+).

Über den Autor
Sten Lengsfeld
Umweltwissenschaftler an der ETH Zürich mit Erfahrung in der Modellierung von Energiesystemen, Klimaanalyse und erneuerbaren Energien. Forschungspraktikant bei Resilens, tätig in den Bereichen Klimarisiko, Daten und Software.

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