Fallstudie:
Stadt Worms
Hitzeschutz für Kitas transparent, datenbasiert und priorisierbar machen.
Die Herausforderung
Worms koordiniert den Hitzeschutz für eine große Zahl von Kindertagesstätten mit sehr unterschiedlichen baulichen Bedingungen und unterschiedlicher Hitzebelastung. Bisher waren Informationen zu Hitzestress und standortspezifischem Bedarf oft über verschiedene Datensätze, einzelne Rückmeldungen und manuelle Bewertungen verstreut.
Dadurch fiel es den Verantwortlichen der Stadt schwer, den Gesamtüberblick zu behalten. Welche Einrichtungen sind dem größten Druck ausgesetzt? Wo wurden bereits Maßnahmen umgesetzt? Welche Maßnahmen sollten als Nächstes priorisiert werden?
Lokales Wissen in den Prozess einbeziehen
Ein zentrales Element des Pilotprojekts ist die systematische Einbindung der Kita-Leitungen über eine Online-Umfrage. Sie können rückmelden, wo Hitzestress im täglichen Betrieb zu spüren ist, welche temporären Lösungen bereits umgesetzt sind und wo weiterer Unterstützungsbedarf besteht.
Das stellt sicher, dass praxisnahes Wissen direkt in den Priorisierungsprozess einfließt. Statt sich nur auf Top-down-Bewertungen zu stützen, kann die Stadt auf die Erfahrungen der Menschen zurückgreifen, die Hitzerisiken vor Ort jeden Tag managen.
„Die Leitungen von Kindertagesstätten sind für uns das wichtigste Frühwarnsystem für Hitzestress. Ohne ihr Feedback liefen wir Gefahr, an der Realität vorbei zu planen.“
Marco Elischer, Klimaanpassungsmanager, Stadt Worms
Die Lösung
Gemeinsam mit der Stadt Worms testen wir eine digitale Pilotlösung, die verstreute Informationen in eine gemeinsame Entscheidungsumgebung zusammenführt.
Die Plattform kombiniert Selbsteinschätzungen von Kindertageseinrichtungen, Standortdaten und den Umsetzungsstand geplanter Maßnahmen in einer einzigen Oberfläche. So kann das Team für Klimaanpassung besonders exponierte Einrichtungen identifizieren, Bedarfe standortübergreifend vergleichen und erkennen, wo kurzfristige Verschattungsmaßnahmen oder größere Investitionen am wirksamsten sein können. Statt mit voneinander getrennten Tabellen und Dokumenten zu arbeiten, schafft die Stadt eine aktuellere und transparentere Grundlage für Maßnahmen.

Warum das wichtig ist
Worms koordiniert den Hitzeschutz für eine große Zahl von Kindertagesstätten mit sehr unterschiedlichen baulichen Bedingungen und Wärmebelastungen. Bisher waren Informationen zu Hitzestress und standortspezifischem Bedarf oft über PDF-Fragebögen, individuelle Rückmeldungen und manuelle Bewertungen verstreut.
Das hat es dem Klimaanpassungsteam der Stadt erschwert, den Gesamtüberblick klar zu behalten. Welche Einrichtungen sind am stärksten belastet? Wo wurden bereits Maßnahmen umgesetzt? Welche Maßnahmen sollten als Nächstes priorisiert werden?
Ausblick
Im nächsten Schritt wird die Lösung weiter mit Betriebsdaten ergänzt und gemeinsam mit den beteiligten Fachabteilungen verfeinert. Geplant ist, den Prozess auf weitere Standorte der sozialen Infrastruktur in Worms auszuweiten, etwa auf Schulen oder Pflegeeinrichtungen.
Pathways2Resilience: Digitale Unterstützung für die Stadt Worms
Wir unterstützen die Stadt Worms im Rahmen ihrer Teilnahme an „Pathways2Resilience“, einem durch EU-Mittel geförderten Programm, das 100 Regionen in ganz Europa bei der Entwicklung von Aktions- und Investitionsplänen in Klimaanpassung unterstützt. Worms gehört zu den ausgewählten teilnehmenden Regionen.
Im Rahmen dieser Arbeit entwickeln wir das digitale Dashboard der Stadt für die Planung der Klimaresilienz. Das Dashboard ist darauf ausgelegt, relevante Informationen zur Klimaanpassung in eine gemeinsame Entscheidungsumgebung zu integrieren und einen transparenteren, praxisnäheren und datenbasierten Ansatz für die lokale Anpassungsplanung zu unterstützen.
In Worms baut diese Arbeit auf unserer laufenden Zusammenarbeit zum Hitzeschutz für Kindertagesstätten auf und trägt dazu bei, eine stärkere digitale Grundlage für Priorisierung, Koordination und Umsetzung der Klimaanpassungsaktivitäten der Stadt zu schaffen.
Dieses Projekt wurde aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101093942 finanziert. Die Europäische Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Informationen.

