Fallstudie:
Stadt Worms

Hitzeschutz für Kitas transparent, datenbasiert und priorisierbar machen.

Hitze zählt zu den dringendsten Klimarisiken in Worms. Die mittelgroße Stadt im Südwesten Deutschlands im Oberrheintal liegt in einer der wärmsten und trockensten Regionen des Landes. Das macht Hitzeschutz zu einer dringenden operativen Herausforderung an 55 Kindertagesstätten. Gemeinsam mit der Stadt Worms pilotieren wir einen digitalen Ansatz, um Hitzeschutzmaßnahmen an mehreren Kindertagesstätten zu planen, zu priorisieren und zu koordinieren.

Hitze zählt zu den dringendsten Klimarisiken in Worms. Die mittelgroße Stadt im Südwesten Deutschlands im Oberrheintal liegt in einer der wärmsten und trockensten Regionen des Landes. Das macht Hitzeschutz zu einer dringenden operativen Herausforderung an 55 Kindertagesstätten. Gemeinsam mit der Stadt Worms pilotieren wir einen digitalen Ansatz, um Hitzeschutzmaßnahmen an mehreren Kindertagesstätten zu planen, zu priorisieren und zu koordinieren.

Die Herausforderung

Worms koordiniert den Hitzeschutz für eine große Zahl von Kindertagesstätten mit sehr unterschiedlichen baulichen Bedingungen und unterschiedlicher Hitzebelastung. Bisher waren Informationen zu Hitzestress und standortspezifischem Bedarf oft über verschiedene Datensätze, einzelne Rückmeldungen und manuelle Bewertungen verstreut.

Dadurch fiel es den Verantwortlichen der Stadt schwer, den Gesamtüberblick zu behalten. Welche Einrichtungen sind dem größten Druck ausgesetzt? Wo wurden bereits Maßnahmen umgesetzt? Welche Maßnahmen sollten als Nächstes priorisiert werden?

Lokales Wissen in den Prozess einbeziehen

Ein zentrales Element des Pilotprojekts ist die systematische Einbindung der Kita-Leitungen über eine Online-Umfrage. Sie können rückmelden, wo Hitzestress im täglichen Betrieb zu spüren ist, welche temporären Lösungen bereits umgesetzt sind und wo weiterer Unterstützungsbedarf besteht.

Das stellt sicher, dass praxisnahes Wissen direkt in den Priorisierungsprozess einfließt. Statt sich nur auf Top-down-Bewertungen zu stützen, kann die Stadt auf die Erfahrungen der Menschen zurückgreifen, die Hitzerisiken vor Ort jeden Tag managen.

„Die Leitungen von Kindertagesstätten sind für uns das wichtigste Frühwarnsystem für Hitzestress. Ohne ihr Feedback liefen wir Gefahr, an der Realität vorbei zu planen.“

Marco Elischer, Klimaanpassungsmanager, Stadt Worms

Die Lösung

Gemeinsam mit der Stadt Worms erproben wir eine digitale Pilotlösung, die fragmentierte Informationen in einer gemeinsamen Entscheidungsumgebung zusammenführt.

Die Plattform bündelt Selbsteinschätzungen von Kindertagesstätten, Standortdaten und den Umsetzungsstatus geplanter Maßnahmen in einer einzigen Benutzeroberfläche. Dies ermöglicht es dem Klimaanpassungsteam, stark gefährdete Einrichtungen zu identifizieren, den Bedarf an verschiedenen Standorten zu vergleichen und zu erkennen, wo kurzfristige Beschattungsmaßnahmen oder größere Investitionen am effektivsten sind. Anstatt mit unzusammenhängenden Tabellenkalkulationen und Dokumenten zu arbeiten, baut die Stadt eine aktuellere und transparentere Handlungsgrundlage auf.

"Digitale Werkzeuge ersetzen keine Gespräche vor Ort. Sie erleichtern aber das Verständnis dafür, warum eine bestimmte Kita zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Maßnahme erhält. Mit besseren Informationen zur Priorisierung können Kommunen zu fundierten Investitionsentscheidungen gelangen."

Christian Schmelter, Mitgründer, Resilens

"Digitale Werkzeuge ersetzen keine Gespräche vor Ort. Sie erleichtern aber das Verständnis dafür, warum eine bestimmte Kita zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Maßnahme erhält. Mit besseren Informationen zur Priorisierung können Kommunen zu fundierten Investitionsentscheidungen gelangen."

Christian Schmelter, Mitgründer, Resilens

Warum das wichtig ist

Das Pilotprojekt unterstützt die Stadt dabei, von fragmentierten Informationen und reaktiven Entscheidungen zu einem koordinierteren und transparenteren Ansatz bei der Hitzeanpassung überzugehen. Es schafft eine klarere Grundlage für die Priorisierung von Investitionen in Kindertagesstätten und trägt dazu bei, dass begrenzte Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Ausblick

Der nächste Schritt besteht darin, die Plattform mit zusätzlichen Betriebsdaten anzureichern und sie gemeinsam mit den beteiligten Fachabteilungen zu verfeinern. Im Laufe der Zeit wird dieser Ansatz über Kindertagesstätten hinaus auf andere Arten der sozialen Infrastruktur wie Schulen oder Pflegeeinrichtungen ausgeweitet.

Pathways2Resilience: Digitale Unterstützung für die Stadt Worms

Wir unterstützen die Stadt Worms im Rahmen ihrer Teilnahme an „Pathways2Resilience“, einem von der EU finanzierten Programm, das 100 lokale und regionale Behörden in ganz Europa bei der Entwicklung robusterer Strategien, Aktionspläne und Investitionspläne zur Klimaresilienz unterstützt. Worms gehört zu den ausgewählten teilnehmenden Regionen.

Im Zuge dieser Zusammenarbeit erstellen wir das digitale Dashboard der Stadt für die Klimaresilienzplanung. Das Dashboard bündelt relevante Informationen zur Klimaanpassung in einer gemeinsamen Entscheidungsumgebung und unterstützt einen transparenteren, praxisnahen und datengestützten Ansatz für die lokale Resilienzplanung.

In Worms baut diese Arbeit auf unserer laufenden Zusammenarbeit beim Hitzeschutz für Kindertagesstätten auf und trägt dazu bei, eine solidere digitale Grundlage für die Priorisierung, Koordination und Umsetzung der gesamten Klimaanpassungsaktivitäten der Stadt zu schaffen.

Dieses Projekt wurde durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101093942 finanziert. Die Europäische Kommission ist nicht für die Verwendung der darin enthaltenen Informationen verantwortlich.

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